Rundbrief Frühjahr 2020

Etwas Gutes kommt aus Halle...

von Susanne Wustl


Es ist zehn Tage nach dem Anschlag in Halle an der Saale ... Wir erinnern uns: Am  9. Oktober 2019 versuchte ein Schwerbewaffneter in die Synagoge der Stadt einzudringen, um ein Blutbad unter den Versammelten anzurichten. Ein Massenmord an jüdischen Menschen, geplant an Jom Kippur, dem höchsten Feiertag im Judentum. Nun halten wir unter Polizeischutz öffentliche Vorträge ...

Die Vorgeschichte: Geschenkpralinen im Reisegepäck


Wir - das sind drei Pastorenehepaare aus Bethlehem, aus Israel und Deutschland - berichten von der Situation in der Westbank, erzählen von dem Leben unter der Besatzung und von der latenten Bedrohung Israels. Wir beschreiben den historischen Konflikt zwischen Deutschen und Juden und den aktuellen Konflikt im Nahen Osten. Aber all diese Informationen werden von einer tiefergehenden, alles verändernden Botschaft überstrahlt: Jesus Christus macht uns als ein gemischtes Team aus drei Nationen eins, und wir vermögen alle Konflikte durch seine Liebe zu überwinden!
Nach einer Tagesveranstaltung in Magdeburg bekommen wir von unseren Gastgebern mehrere Schachteln Halloren-Kugeln geschenkt. Es ist ein symbolisches Geschenk, denn die Firma Halloren ist Deutschlands älteste Schokoladenfabrik mit Sitz in Halle an der Saale. Die Pastorin überreicht uns das Geschenk mit den Worten: „Es kommt auch etwas Gutes aus Halle.“ Sofort ist mir klar, dass ich dieses Geschenk mit nach Israel nehmen werde, wohin mich meine Reise wenige Tage später führt.


Das Ereignis: Geschenkpralinen im Zeichen der Freundschaft


Als wir in Israel ankommen, zweifle ich bereits am Sinn dieser Entscheidung, denn die Tagestemperaturen liegen Anfang November noch bei über 30 Grad Celsius. Ich führe eine Gruppe junger Leute durch das Land, persönliche Begegnungen mit den Menschen, die hier leben, sind dabei eingeplant. Wir haben viel Spaß miteinander, die Spontaneität ist groß, Kamelreiten in der Wüste steht ebenso auf dem Programm wie Schwimmen im Toten Meer. Meine Halloren-Kugeln liegen immer wohlverwahrt im Kühlschrank des Gästehauses. Bis ich eines Tages den starken Eindruck habe, heute die Schokokugeln mitnehmen zu sollen ...  
Wie so oft ändert sich der ursprüngliche Tagesplan kurzfristig. Ungeplant besuchen wir eine russischsprachige messianisch-jüdische Gemeinde in Karmiel in Galiläa. Überraschenderweise haben sich dort einige ältere Gäste zum Kaffeetrinken angemeldet, und so treffen wir mit unseren jungen Leuten auf die älteren Herrschaften. Sie werden mir als Vorsitzende verschiedener Holocaustvereine vorgestellt. In Israel sind alle Holocaustüberlebenden in Vereinen organisiert, die sich um die meist notleidenden alten Menschen kümmern und ihre Interessen vertreten. Spontan entschließe ich mich, zu dieser Gruppe zu sprechen. Es ist mir wichtig, die Holocaustüberlebenden in Deutsch anzusprechen, eine Frau aus meiner Reisegruppe kann direkt ins Russische übersetzen. Ich ziehe die Halloren-Kugeln aus meiner Tasche und beginne meine ungeplante Rede: „Wir sind gekommen, um Ihnen zu sagen, dass die Mehrheit der Menschen in Deutschland den Anschlag in Halle zutiefst verabscheuen. In vielen Städten im ganzen Land finden Solidaritätskundgebungen mit den jüdischen Mitbürgern statt. Blumen werden zum Gedenken an die Opfer niedergelegt, es ist ein öffentlicher Protest gegen sogenannte rechte Gewalt. Wir sind hier als Reisegruppe aus Deutschland, um Ihnen zu sagen, dass wir es nicht zulassen wollen, dass sich antisemitisches Gedankengut erneut in unserem Land ausbreitet. Mit unserem Besuch in Israel möchten wir junge Menschen stark machen, damit sie gegen Antisemitismus aufstehen können.
Wir glauben, dass Gott uns heute an diesem Ort zusammengeführt hat, um Ihnen zu zeigen, dass er Sie nicht vergessen hat. Wir stehen hier stellvertretend für viele Deutsche, um zu sagen, dass wir Sie lieben und dieser Liebe Taten folgen lassen. Als Zeichen dafür, dass auch in Ostdeutschland viele Leute nicht fremdenfeindlich oder antisemitisch sind, überreichen wir Ihnen diese Halloren-Kugeln aus Halle.“

Am Ende meiner improvisierten Ansprache steht eine Frau auf, die sich als Gita Koifman vorstellt. Sie umarmt mich, nimmt die Schokoladen-Kugeln weinend entgegen und teilt sie unter allen Anwesenden auf. Ich bitte, noch ein Gebet im Namen von Jeschua Ha Maschiach, dem jüdischen Messias, sprechen zu dürfen. Sie willigt ein, wir halten uns an den Händen, und während wir beten, beginnen viele der Anwesenden zu weinen.  Es folgen lange Gespräche zwischen den jungen Leuten aus Deutschland und den Holocaustüberlebenden.


Die Auswirkungen: Geschenkpralinen im Dienst der Ermutigung


Gita Koifman gesteht mir später im persönlichen Gespräch, dass sie am Morgen jenes Tages ihren Dienst aufgeben wollte. Enttäuschung und Hoffnungslosigkeit wollten sie überwältigen, nachdem sie von dem Attentat in Halle gehört hatte. Sie dachte, die Vergangenheit wolle sie erneut einholen, hatte jede Hoffnung verloren und wollte ihre zahlreichen Ämter niederlegen. In unserer Begegnung, unserer Grußbotschaft, dem Gebet und nicht zuletzt durch unsere Halloren-Kugeln konnte sie  die Hand Gottes sehen. Sie fasste neuen Mut und versprach ihre Arbeit mit neuem Elan weiter zu machen.
Später sehe ich Gita während einer Fernsehübertragung anlässlich der Gedenkveranstaltungen „75 Jahre Befreiung Auschwitz“ als Ehrengast in der ersten Reihe sitzen. Es überkommt mich Dankbarkeit Gott gegenüber, während ich unsere Gebetserhörung buchstäblich vor Augen habe. Wie er die Dinge lenkt ist einfach staunenswert!

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