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Es war ein Wunder - Yad b'Yad Youth (2026)

vor 5 Stunden
3 Min. Lesezeit

Das diesjährige Yad b'Yad Youth in Wolfenbüttel


Seit dem 7. Oktober liegen nun mehrere Jahre des Krieges hinter uns. Als Gläubige, die in Israel leben, haben wir uns daran gewöhnt, flexibel zu sein. Wenn sich die Umstände von einem Moment auf den anderen verändern können, wird Hingabe zu einer täglichen Lebenshaltung. Uns wird bewusst, wie wenig wir unser Leben tatsächlich kontrollieren können – und wie gut Gott ist, wenn wir unser Leben in seine Hände legen.

 

Das diesjährige Yad b’Yad hat uns darin noch einmal auf ganz neue Weise herausgefordert.

Von den ersten Planungen bis zum Abschluss des Programms durften wir als Mitarbeitende und Teilnehmende erleben, was es heißt, im Glauben zu leben und nicht im Schauen.

 

Zunächst sah es so aus, als müssten wir die Begegnungswoche absagen, weil sich keine deutschen Teilnehmenden fanden. Nachdem wir als Team gebetet und noch einmal eingeladen hatten, meldeten sich nicht nur ein oder zwei an, sondern eine ganze Reihe junger Menschen. Am Ende kamen wir mit 17 jungen Israelis nach Wolfenbüttel, wo uns drei Gemeinden, unsere deutschen Partner und ihre Gastfamilien empfingen. Was für ein Segen!

Auch zwei unserer drei israelischen Leiter standen kurz davor, ihre Teilnahme wegen außergewöhnlicher Umstände absagen zu müssen. Doch am Ende konnten beide mitkommen. Was für eine Gruppe, mit der wir schließlich unterwegs sein durften! Es war die größte Yad b’Yad-Delegation, seit ich, David, 2018 zum Team gekommen bin. Gott ist treu!

 


Alltag und Glauben miteinander teilen

Die israelischen Jugendlichen lebten in den Gastfamilien ihrer deutschen Partner. So konnten sie ganz persönlich Alltag und Glauben miteinander teilen. Gemeinsame Aktionen und Ausflüge, Lobpreiszeiten und Impulse für die Nachfolge Jesu prägten unsere Tage. Freundschaften wuchsen, Gespräche wurden tiefer, und wir lernten, einander als Geschwister zu begegnen.

 

Wie in jedem Jahr war auch dieses Yad b’Yad voller Momente, in denen Gott uns begegnete. Momente, die auf keinem Ablaufplan standen und in denen Gott das tat, was nur er tun kann.

 

Bergen-Belsen – Schmerz, Hoffnung und Versöhnung


Einer dieser besonderen Tage war unser Besuch der Gedenkstätte Bergen-Belsen. Diesen Ort gemeinsam zu durchschreiten und der Geschichte unserer Völker aus deutscher und israelischer Perspektive zu begegnen, war schmerzhaft und zugleich heilsam. Besonders beschäftigte uns die Frage: Was lernen wir aus dieser Geschichte für unser Leben heute?

 

Mitten auf dem Gelände sangen wir gemeinsam Lobpreislieder und feierten das Abendmahl – als Zeichen der Hoffnung und der Versöhnung durch Jesus.

 


Als wir am Abend in die Gemeinde zurückkehrten, wollten wir einen Film über den Holocaust anschauen. Doch der Film ließ sich nicht abspielen. Plötzlich hatten wir eineinhalb Stunden freie Zeit, bevor die Gastfamilien die Jugendlichen abholen würden.

Und dann begegnete uns Gott.


Die Gruppe begann, gemeinsam auf Hebräisch, Deutsch und Englisch Gott anzubeten. Die jungen Menschen sangen miteinander, tanzten und freuten sich. Nach dem Schmerz und der Schwere des Tages war nun Raum für Freude und ausgelassenen Lobpreis. Mehrere aus der Gruppe erzählten anschließend, wie deutlich sie in dieser Zeit Gottes Gegenwart gespürt hatten. Geistlich und in unserem Miteinander erlebten wir einen echten Durchbruch zu tiefer Geschwisterlichkeit. Wir hatten geplant. Gott hatte einen besseren Plan – und wir ließen uns darauf ein.


Geschichte begegnen, Gemeinschaft feiern

 Ein weiterer Höhepunkt war unser Besuch an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze. Dort wurde Geschichte anschaulich. Gemeinsam konnten wir erfahren, welche Spuren Teilung und Versöhnung hinterlassen.

 

Am Freitagabend feierten wir mit der Gemeinde und den Gastfamilien Kabbalat Schabbat, die Begrüßung des Schabbats. Alle Generationen waren dabei. Gemeinsam tauchten wir in diese jüdische Tradition ein, die in Israel bis heute lebendig gefeiert wird. Darin durften wir auch entdecken, was Jesus uns geschenkt hat.

Im Laufe der Woche gab es viele weitere solcher besonderen Momente: tiefe Gespräche, gemeinsames Lernen in der Nachfolge und kurzfristige Änderungen, die sich als wunderbare Überraschungen erwiesen. Gottes Hand war über uns.

Immer wieder sagten wir: „Wir geben unser Bestes, und Gott tut den Rest.“

 

Das größte Wunder 

Dass Yad b’Yad in solchen Zeiten stattfinden konnte, ist ein großes Wunder. Dass sich in dieser Woche Menschenleben verändert haben, ebenso.

Doch dass Gott uns dahin führt, ihm unser Leben wirklich anzuvertrauen und zu glauben, dass seine Wege höher sind als unsere – diese Gnade ist vielleicht das größte Wunder von allen.

 

Wir sind dankbar für diese intensive Woche, für die Gastfreundschaft der drei Gemeinden und der Familien, für gewachsene Freundschaften und für alles, was Gott unter uns getan hat. Und wir glauben weiter, dass er im Leben der Menschen, die mit Yad b’Yad verbunden sind, bleibende Frucht wachsen lassen wird.

 

"Wenn der HERR das Haus nicht baut, arbeiten seine Erbauer vergeblich."

Psalm 127,1a

 

In Dankbarkeit

David van Ouwerkerk & Ruben Sill

September 2026




 
 
 

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