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Neues vom „Montagsgebet“

Seit dem 7. Oktober 2023 (Überfall der Hamas) beschäftigt uns Gebetskreisteilnehmer u.a. neben dem Ukrainekrieg auch der Nahostkonflikt. Wir maßen uns nicht an, diese politisch komplizierte Gemengelage zu beurteilen. Das Leid auf beiden Seiten (Israel und Gazastreifen) berührt uns zutiefst und wir beten um Weisheit für die Mächtigen dieser Welt und um Gottes Eingreifen in dieser schier unlösbaren Eskalation. Der Hass auf beiden Seiten scheint wie eine undurchdringliche Mauer.

Seit 25 Jahren versucht der Philippus-Dienst (siehe Infotext unten) durch verschiedene Aktionen wie Hilfsprojekte, Gebetsreisen, Jugendaustausch etc. sowohl messianische Juden als auch arabische Christen zu unterstützen und somit zur Versöhnung der Völker beizutragen.

Mitte April war es wieder soweit und Susanne Wustl trat – trotz Krieg – die Gebets-und Solidaritätsreise 2024 an, eine für sie und ihr Team wahrhaft gefährliche Unternehmung. Für uns als Gebetskreis eine Herzensverpflichtung, um Schutz und Segen für Susanne und ihr Team zu beten. 2 ½ Wochen später kehrte sie wohlbehalten von der „beeindruckendsten Reise ihres Lebens“ zurück und erzählte uns einen Abend lang von den - uns alle bewegenden - Höhen und Tiefen dieser Tage.

Das begann schon damit, dass zum anvisierten Zeitpunkt alle gebuchten Flüge abgesagt wurden (der Iran bombardierte Israel mit Drohnen und Raketen). Dennoch fanden sich alle Teilnehmer in Tel Aviv ein. Die erste Station führte sie nach Karmiel zu einer Feier, zu der sich hunderte von – oft unter dem Existenzminimum lebende - Holocaust-Überlebende versammelten und davon überwältigt waren, dass eine deutsche Gruppe in Kriegszeiten sie besucht, sich ihre Lebensgeschichten anhört, ihnen Geschenke mitbringt und für sie betet.

Emotional sehr belastend ist ein Besuch eines Sabbath-Gottesdienstes messianischer Juden in Sderot (israelischer Ort, ca 1,5 km vom Grenzzaun zu Gaza entfernt gelegen), nach dem brutalen Angriff der Hamas entvölkert und immer noch von unerträglichem Leid und Zerstörung gezeichnet. Todesgrauen liegt über der Siedlung. Dasein, Zuhören, biblische Worte des Trostes und Gebete – eine unschätzbare Hilfe, die die Gruppe trotz eigener tiefster Betroffenheit leistet… Dann – nicht weniger belastend – der Gebetseinsatz an dem Novo-Festival-Gelände, der Ort, an dem mehr als 260 junge Leute von den Hamas entführt und ermordet wurden. Bilder erinnern an die jungen Leute, die auch an diesem Tag von trauernden Angehörigen und Freunden besucht werden. Viele Tränen werden noch immer vergossen!

An einem der nächsten Tage trifft die Gruppe eine palästinensische Christin, deren Eltern im Gazastreifen leben. So entsteht eine Brücke, über die vom Philippusdienst finanzierte Lebensmittel und dringend benötigtes Trinkwasser nach Gaza gelangen und zumindest ein wenig das unermessliche Leid dort lindern.

Und noch ein praktischer Hilfseinsatz erwartet Susanne und ihr Team: in Arad arbeiten Araber und Juden zusammen, um in einem vorbildlichen Hilfsprojekt 200 000 Beduinen in der Wüste mit Lebensmitteln und Kleiderspenden zu versorgen. Die Mitarbeiter waren dankbar für die praktische Hilfe: Lebensmittelpakete packen und Kleiderspenden nach Geschlecht und Größen zu sortieren.

Das Leid auf beiden Seiten ist tiefergreifend. Mögen diese vielfältigen Einsätze der Fürbitte, des Mittragens, der praktischen und finanziellen Hilfe dazu beitragen, allgegenwärtiges Leid zu lindern, Trost zu spenden und Hoffnung und Ermutigung auf ein gewaltfreies Miteinander in der Zukunft zu stärken.

Text: Gea Streichbier; Fotos: Susanne Wustl

Der Philippus-Dienst wurde 1998 von Susanne und Bernd Wustl (Seniorpastoren der Agape-Gemeinde Freilassing) und Utta und Christoph Häselbarth gegründet. Sowohl messianisch-jüdische als auch arabische Gemeinden haben es in Israel nicht leicht und leiden teilweise unter Verfolgung. Der Philippus-Dienst unterstützt und ermutigt diese Gemeinden. Den Gemeinden und Gemeindegründungen auf israelischer wie auch auf palästinensischer Seite soll geholfen und so zur Versöhnung im Land beigetragen werden.

© Quelle: Evang.-Luth. Kirchengemeinde Freilassing








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