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beten

Sonder - Newsletter vom 09.10.2023

„Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen: Von wo wird Hilfe mir kommen?

Meine Hilfe kommt von dem Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Er wird deinen Fuß nicht wanken lassen; nicht schlummert dein Hüter.

Nein, nicht schlummert und nicht schläft der Hüter Israels.“ 

Psalm 121, 1-4

 

Liebe Freunde, Liebe Geschwister der Gemeinde Jesu,

 

am Samstagmorgen, den 7. Oktober 23, erreichte mich folgende Nachricht aus Israel:

„Bitte bete für die Situation im Land, im Moment sind die Vorgänge nicht wirklich klar, aber wir brauchen Gottes Erbarmen!“

Einige Stunden, Telefonate und WhatsApp Kontakte später, wurde immer mehr klar, was geschehen war: Ein noch nie dagewesener Überfall der Hamas in das israelische Gebiet hinein.

Seitdem steht mein Telefon nicht mehr still und wir sind permanent im Kontakt mit unseren Geschwistern über das Geschehen in Israel.

Wir brauchen an dieser Stelle nicht zu wiederholen, was Sie alle längst aus den Medien erfahren haben; vielmehr möchte ich ein wenig berichten, wie unsere Glaubensgeschwister die Situation im Land erleben. Hier ein paar Eindrücke, die ich ungefiltert weitergebe.

 

Pastor Michael Beener aus Sderot schrieb mir am Samstag folgendes:

Schalom, liebe Susanne – hab Dank! Wir brauchen wirklich eure Gebete in dieser noch nie dagewesenen Zeit. Ich gebe dir hier ein Update für den 7. Oktober 2023. Normalerweise wache ich am Schabbat immer um 6:30 Uhr auf,  um an unserem vorbereitenden Gebet für den Gottesdienst teilzunehmen. Aber an diesem Schabbat weckte mich der HERR schon um 6:00 morgens. Um 6:20 begann der Beschuss der Missile Raketen. Um 6:40 hörte ich zum ersten Mal seit wir in Sderot leben, den Ruf „Allahu Akbar“ schreien und Schüsse aus automatischen Waffen durch die Straßen peitschen. Unsere Kinder waren in Panik und wir flohen in unseren Schutzbunker. Nach etwa 20 Minuten erreichten mich Horrorfotos darüber, was in unserer Straße geschah: Terroristen liefen und fuhren schießend auf alles, was sich bewegte, Menschen, Autos, ja, sie schossen sogar in die Häuser hinein. Ein paar Meter von uns entfernt hielt ein israelischer Bus, damit die Leute in einen Schutzbunker flüchten konnten. Unglücklicherweise kam genau in diesem Moment ein Pick-up-Lastwagen voller Hamaskämpfer herbei und eröffnete das Feuer. Sie ermordeten alle Menschen, die sich auf der Straße befanden. Dasselbe passierte in den umliegenden Nachbarschaften. Nach einiger Zeit kamen unsere Soldaten und durchkämmten jedes Gebäude, auch unseren Wohnblock, um nach versteckten Terroristen zu suchen. Als wir hörten, dass diese sich möglicherweise im Supermarkt uns gegenüber versteckt hielten, bekam meine Frau Dina zum ersten Mal in ihrem Leben eine Panikattacke. Trotz alledem hielten wir um 11:00 Uhr einen Zoom Gottesdienst mit unserer Gemeinde ab und als wir beteten, beruhigte sich die Situation für etwa eine Stunde. Bis jetzt hält die Situation hier so an, die Armee sucht weiter Terroristen, die immer noch in der Gegend sind, auch in den Kibbuzim rundherum. Diese ist die heftigste und blutigste Attacke im Süden Israels seit dem Yom-Kippur-Krieg 1973. Bitte betet weiter anhaltend für die Nation Israel!“

 

Ich bin im ständigen Kontakt mit Pastor Michael und seinen Mitarbeitern. Sie halten sich noch immer in ihrer Wohnung versteckt, da die Situation weiter gefährlich ist. Seine jüngste Nachricht an uns lautet:

 

„Unser Herr wird mit uns gemeinsam durch diesen Horror gehen, kein Zweifel. Bitte betet weiter, da die Situation hier anhaltend kritisch ist. Ich denke, der Hauptgebetsfokus sollte darauf gerichtet sein, dass der Herr die Hamas zerstört, weil es ohne Übertreibung eine Art von dämonischer Organisation darstellt. Mir fehlen die Worte um zu beschreiben, was sie mit den Opfern und den Geiseln gemacht haben.“

 

Soweit die Stimme unseres Freundes und Pastors Michael Beener zur Lage in Sderot, das unmittelbar am Gazastreifen liegt. 

Hamaskämpfer dringt in ein Wohnhaus in Sderot ein  

Angriff der Hamas auf Sderot 

Weiters möchten wir Ihnen noch einen kurzen Gruß unseres Weggefährten Pastor Evan Thomas überbringen, der uns heute erreichte:

 

„Aufwachen an einem neuen Tag - Israel im Krieg

Ich bin gerade vor der Morgendämmerung aufgestanden, während über uns das Geräusch der Flugzeuge ununterbrochen zu hören war. Noch habe ich die Nachtnachrichten nicht mitbekommen.

Viele unserer jungen Männer machen sich nun mobil und lassen junge Familien und schwangere Frauen zurück. Was wird unser Kriegskabinett heute und morgen bezüglich Gaza entscheiden? Invasion oder nicht? Werden wir die Hisbollah im Libanon oder den Iran angreifen oder nicht? Alles noch offene Fragen...

Große Sorge um die etwa 100 in Gaza festgenommenen Geiseln ... die meisten sind junge Zivilisten. Enormer Druck gegen unsere Regierung.

In den kommenden Wochen und Monaten werden große Fragen beantwortet werden müssen: Wie kam es zu diesem Angriff unter dem Radar unserer Geheimdienste und Sicherheitsdienste/Regierung?

Unsere Familie bleibt hier in Netanya eng zusammen und ermutigt einander. Unsere Tochter Sara und ihr Mann Beni und deren Tochter Zoe wohnen über uns. So stehen wir ständig in Kontakt und können uns gegenseitig unterstützen.

Vielen Dank für Ihre Gebete!“

 

Und noch ein weiteres Streiflicht aus dem Norden Israels möchten wir Ihnen nicht vorenthalten.

Am vergangenen Wochenende war eine Freizeit unserer Partner „Familys of Faith“ geplant. Alon und Rajaa Grimberg erwarteten mit ihrem Team 120 Teilnehmer, gemischt aus arabischen und jüdischen Familien. Angesichts der Ereignisse erreichten jedoch lediglich acht Familien das Freizeitgelände. Hier nun der Bericht von Alon über das Geschehen am 7. Oktober:

 

„Geliebte Freunde, wir schätzen all die Gebete sehr, die ihr an einem solchen Tag für unser Land und unsere Nationen sprecht. Ein wahrlich schwerer Tag, der uns dazu bringt, vor unserem guten Vater auf die Knie zu fallen. Kurz nach unserer Ankunft war die Sirene zu hören und es wurde eine Rakete am Himmel über uns neutralisiert. Alle Mitarbeiter waren schon anwesend, als wir die klare Führung des Herrn spürten, uns Zeit für Anbetung und Fürbitte zu nehmen. 

Zu unserer Überraschung trafen - trotz der Umstände – doch noch 8 teilnehmende Familien ein. Gemeinsam mit ihnen beteten wir für jede Familie, wir nahmen uns mehr Zeit für weitere Anbetung und Fürbitte und segneten jeden einzelnen.

Gegen Mittag bekamen wir die Anweisung, das Freizeitgelände sofort zu verlassen. So machten wir uns auf den Heimweg, alle kamen wohlbehalten zuhause an. Wir haben den Familientag nicht wie geplant durchführen können, aber wir haben die Gegenwart des Herrn, Immanuel, der unter uns anwesend war, gespürt. Vereint als arabische und jüdische Familien, in einer Zeit wie dieser.“

 

Soweit ein paar kleine Streiflichter, berichtet von den Gläubigen im Land. Wie schaut nun unsere Beurteilung der Lage aus? Das Wort Gottes sagt uns, dass wir geistliche Dinge geistlich beurteilen sollen (2. Kor. 2, 14 + 15).

Wir erleben nun gerade eine Entfesselung der finsteren Mächte in dieser Welt, weiteres Blutvergießen ist leider zu erwarten. Im Zuge dessen wird der latent vorhandene Antisemitismus wieder lauter, überall auf der Welt, so auch in Deutschland. Dagegen müssen wir als Jünger Jesu entschieden aufstehen, im Gebet und mit unseren Taten.

Für die Situation in Israel kann ich nur eine kleine Gebetsanregung  geben: 

  • Betet für Frieden und Deeskalation!

  • Betet für Familien, die geliebte Menschen verloren haben!

  • Betet für die Rettung von Leben auf allen Seiten!

  • Betet für alle Gläubigen, dass sie göttlichen Schutz und Kraft erhalten, weiterhin die Liebe Jesu zu demonstrieren!

  • Betet für die Nordgrenze Israels – dass die Hisbollah nicht involviert wird!

  • Betet für die Rettung der etwa 100 Geiseln, die nach Gaza verschleppt wurden!

  • Betet, dass die Menschen in dieser schrecklichen Zeit zu Gott umkehren!

  • Betet für die Errettung aller, die involviert sind: Zivilisten auf beiden Seiten, Soldaten und für die Terroristen!

  • Betet für alle, die jetzt in der Armee dienen: Für ihren Schutz und inneren Frieden!

 

Zum Schluss möchten wir Ihnen die Gelegenheit geben, für die Opfer auf beiden Seiten zu spenden. Wir gehen davon aus, dass viele unserer Partnergemeinden mithelfen werden, die Kriegsfolgen bei den Menschen zu lindern. Bitte geben Sie folgenden Zweck an: „Opferhilfe Israel“.

 

Unser Partner Eli Birnbaum, Direktor von Jews for Jesus in Tel Aviv, schreibt über dieses Bild mit seinen Kindern:

„Wir müssen zurückschlagen. Möge es geschehen, dass wir nie wieder den Horror erklären müssen, so wie ich es an diesem Morgen tat. Was sollen wir tun, im Angesicht von solch Bösem? Glaube, Hoffnung und über allem die Liebe.“

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