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Weniger Parteinahme im Nahost-Konflikt

Erschienen bei Idea am 20.5.2021


Freilassing (IDEA) – Christen in Deutschland sollten im israelisch-palästinensischen Konfikt nicht einseitig Stellung beziehen. Statt politischer Parteinahme brauchten messianisch-jüdische und arabische Christen in Israel und den Palästinensergebieten vielmehr Solidarität und Gebet. Diese Ansicht vertritt die Geschäftsführerin des christlichen Hilfs- und Versöhnungsvereins „Philippus-Dienst“ mit Sitz im oberbayerischen Freilassing, Susanne Wustl.


Sie bedauerte gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA, dass in Deutschland etwa landes- und freikirchliche Christen entweder pauschal pro-israelisch oder pro-palästinensisch seien. Das gieße nur „Öl ins Feuer“. Vielmehr sollten Gemeinden und besonders junge Christen in Israel und den palästinensischen Gebieten unterstützt werden, „auf das Verbindende in Jesus Christus zu achten“ und das christliche Zeugnis der Versöhnung zu leben.

Jesus habe gelehrt, seine Feinde zu lieben. „Hier erleben wir bei ihnen seit etwa zehn Jahren einen Reifeprozess“, so Wustl. Zudem haben es laut „Philippus-Dienst“ sowohl messianisch-jüdische als auch arabische Gemeinden schwer und würden teilweise massiv angegriffen. Über 30.000 messianische Juden leben nach Angaben des Vereins in Israel.

Die Zahl der evangelikalen arabischen Christen liege bei etwa 5.000. Im palästinensischen Gaza-Streifen seien es rund 1.200 Christen – inklusive der Mitglieder orthodoxer und katholischer Kirchen. Im Westjordanland betrage die Zahl der Evangelikalen etwa 1.000.


Rakete zerstört Wohnung von messianischen Juden


Seit dem 10. Mai hat die radikal-islamische Terrororganisation Hamas aus dem Gaza-Streifen mehr als 4.000 Raketen auf Israel abgefeuert. Das israelische Militär reagierte mit Luftangriffen. Wie Wustl weiter berichtet, steht sie täglich in Kontakt mit

Verantwortlichen messianisch-jüdischer und arabischer Gemeinden. Sie seien äußerst besorgt und hätten gemeinsame Gebetsinitiativen ins Leben gerufen. Auch der „Philippus-Dienst“ ruft Christen in Deutschland zum Gebet auf. Nach seinen Angaben wurde am 15. Mai das Haus einer christlichen Familie in Beer Sheva im Süden Israels von einer Rakete getroffen. Es gab keine Verletzten.

Der „Philippus-Dienst“ unterstützt seit 23 Jahren messianisch-jüdische sowie arabische Gemeinden und Projekte in Israel und den Palästinensergebieten. Zentrales Anliegen ist die Versöhnungsarbeit zwischen den Gruppen. Das Werk organisiert Gebets- und Begegnungsreisen in Israel und Deutschland, fördert die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen sowie Studenten im Heiligen Land und finanziert die Ausstattung von Gemeinden. Der Name „Philippus-Dienst“ bezieht sich auf Philippus, der in der Bibel als der erste Jünger erwähnt wird, der anderen Juden bezeugt: „Wir haben den gefunden, von dem Mose und die Propheten geschrieben haben“ (Joh. 1,45).






 
 
 

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